Sonntag, 9. August 2020

[Rezension] Zeitenzauber - Das verborgene Tor

Zeitenzauber. Das verborgene Tor
Autor:
Eva Völlner

Verlag:
Baumhaus Verlag
Veröffentlicht:
München 2016

ISBN:
978-3-8432-1089-8
Seiten:
400
Preise:
8€

Grober Inhalt:
Die zeitreisende Anna muss mit ihrem Freund Sebastiano einen geheimen Auftrag in das Jahr 1813 folgen - um sich als Geschwister getarnt kopfüber in das intrigante London zu stürzen.
Cover des Buches

Wenn du durch die Zeit reisen könntest, wohin würdest du dann gehen?

Ich würde gern das frühe 19. Jahrhundert sehen - Annettes letzten Sommer erleben, Biedermeier und Vormärz … und London im Jahr 1813, denn genau dort spielt unsere Geschichte »Zeitenzauber - das verborgene Tor«. Eine Geschichte über Zeitreisen, Liebe und Verrat …
aber vorher zu den Figuren.

Erst einmal gibt es da Anna und Sebastiano. Beide sind offenbar ein Paar und haben mir schon von Anfang an gefallen - sie sind vollkommen auf einer Wellenlänge und perfekt aufeinander abgestimmt. Als sie zweihundert Jahre in der Zeit zurückreisen, um dort einen mysteriösen Auftrag zu erfüllen, müssen sie ihre Beziehung jedoch aufgeben und sich als Geschwister tarnen. Zugegeben, ich habe nicht ganz verstanden, warum genau sie das müssen; aber es bringt Spannung hinein, und das ist ja bekanntlich das Wichtigste. Schaffen sie es, die lästigen Verehrer abzuschütteln? Was, wenn man sie zusammen findet? Und was, wenn sie sich in jemand anderen verlieben?

Abgesehen vom mysteriösen José und dem niedlichen Jerry gibt es natürlich auch noch Mr. Stephenson, meine absolute Lieblingsfigur: ein Ingenieur aus der Gegenwart, der in die Vergangenheit geschickt wird, um dort etwas Wichtiges zu erfinden - auf Kosten seiner Erinnerungen.

Und dann gibt es Mr. Fitzjohn, den Butler. Anders als normale Butler hat er allerdings sehr viel Tiefe - wahrscheinlich ist das der Grund, warum man ihn einfach mögen muss. Er ist sympathisch, zuvorkommend und wie für seine Arbeit gemacht. Ich mochte ihn sofort.

Aber eigentlich sind alle Figuren im Buch sehr nett gestaltet. Jede hat irgendwie ihre Rolle - zwar nicht immer so tiefgründig wie bei Mr. Fitzjohn, trotzdem ist jede etwas Eigenes. Natürlich, nicht so sehr wie es sein könnte; aber es ist vollkommen genug, finde ich. Der Schwerpunkt des Buches liegt größtenteils auf der Handlung und auf den Verstrickungen - darauf, wie Anna und Sebastiano ihren geheimnisvollen Auftrag erfüllen und wer bei diesem Kampf auf ihrer Seite steht und wer nicht.

Dabei lässt »Zeitenzauber. Das verborgene Tor« bis zum Ende kaum erahnen, wer wirklich hinter allem steckt.

Zugegeben, an manchen Stellen ist das Buch nicht ganz aufschlussreich - was vielleicht auch daran liegt, dass es der dritte Teil der »Zeitenzauber«-Reihe ist und ich die ersten zwei nicht gelesen habe. Trotzdem, irgendwie hat mich das beim Lesen kaum gestört. Vor Allem, wenn man keinen flachen Fantasy-Romantik-Zeitreise-Roman sucht, kann ich das sogar empfehlen, weil dadurch die ganze Hintergrundgeschichte der Figuren nur zwischen den Zeilen steht. Die wichtigsten Geschehnisse aus den vorigen Büchern werden sowieso erläutert, deshalb ist es gar nicht so schlimm, sie nicht gelesen zu haben.

Abgesehen davon ist es erfrischend, einmal eine Geschichte zu lesen, in der die Hauptfiguren nicht zusammenkommen - sondern sich darum sorgen müssen, zusammen zu bleiben.

Trotzdem, ein paar Kritikpunkte gibt es schon. Zum Beispiel ist der Schreibstil nicht allzu ... naja, er ist jetzt nicht schlecht; hervorragend ist er aber auch nicht. Ich würde sagen, ein gutes Mittelmaß, das seinen Zweck erfüllt. Die Geschichte ist spannend, und der Schreibstil hindert sie nicht daran. Ein literarisches Meisterwerk kann man allerdings nicht erwarten - ein unterhaltsames Buch ist es dennoch, und mit seinen vielen, süßen Figuren wächst es einem schnell ans Herz. Die ersten zwei Bände würde ich jetzt zwar nicht auch lesen, aber der dritte war ganz schön.


Die historischen Fakten stimmten zwar einigermaßen, aber darauf war überhaupt kein Fokus gelegt. Der intergalaktische Translator, wie sie ihn nennen, kann auch nicht alles erklären - natürlich ist es eine angenehme Möglichkeit, damit den Problemen der Sprache aus dem Weg zu gehen. Dennoch möchte ich bemängeln, dass das alles nicht ganz stimmig scheint, zumal der ›Translator‹ an einer Stelle auch auszusetzen scheint.

Also ich fand das Buch ganz nett. Diese Romanze zwischen Anna und Sebastiano war zwar nicht ganz so prickelnd, aber bestimmt sieht Amira das wieder anders. Bei anderen Büchern konnte ich mich besser in die Figuren hineinfühlen … vielleicht hätte ich die ersten zwei Bücher lesen sollen.



Generell glaube ich, dass das ganze Zeitenzauber-Zeug nur richtig spannend ist, wenn man die Figuren sowieso schon kennt und liebt. Den Ingenieur mochte ich auch; obwohl er mir wirklich, wirklich leid tat. Mir tat jede Figur leid, die in diesem Buch leben muss.


Ich glaube, Amira möchte durch die Blume sagen, dass sie das Buch mäßig fand, die Charaktere flach waren und ein paar elementare Dinge nicht erklärt wurden. Das ist nämlich auch meine Meinung - ein ziemlich schwaches Buch ohne irgendetwas, das es interessant machen würde.


Nein, so schlimm ist es auf keinen Fall! Ich mag dieses Buch. Ja, ein paar Dinge wurden wirklich nicht ganz erklärt, und ich habe auch nicht verstanden, warum man in der ›richtigen‹ Zeit Zeit ›verpasst‹, wenn man zurückreist - ich meine, man kann doch einfach ein bisschen früher zurückreisen, oder? Deshalb ist es ja Zeitreisen...

Aber diese Dinge werden sicher in den ersten zwei Bänden erklärt. Und ist es nicht auch einmal schön, nicht alles an einem Buch zu verstehen? Das lässt Freiraum zum Nachdenken - und dazu sind Bücher doch da, nicht wahr? Um auf eigene Gedanken zu kommen.

Liebste Grüße!

Deine Amira

Donnerstag, 6. August 2020

[Top Ten Thursday] 10 Bücher von Autoren, deren Nachname mit einem F anfängt

Autoren zu finden, deren Name mit F beginnt, war tatsächlich eine noch sehr viel schwerere Aufgabe als Autoren mit einem B oder C zu finden. Der Ehrlichkeit wegen sei erwähnt, dass ich sogar mehrmals in den Bücherregalen der anderen suchen musste, um etwas zu finden...

I Falk, Alana: Sternensturm. Das Herz der Quelle
Dieses Buch gehört eigentlich zu Amiras Bücherschatz. Ein, allem Eindruck nach, etwas kitschiger Liebesroman, der von zwei Figuren handelt, die sich gern gegen Ordnungen auflehnen.

II Farrant, Natasha: Die Geschwister Gadsby
Das Buch musste ich Yuki vorlesen, als er noch kleiner war. Eigentlich ein Buch, das eher für Mädchen ist: ebenfalls eine Romanze, allerdings zwischen Jugendlichen. Grob zusammengefasst handelt es von einem Mädchen, dessen Zwillingsschwester bei einem Unfall verstarb und das jetzt in ihr neues Leben finden soll. Außergewöhnlich emotional ist es allerdings nicht. Und bis auf den Unfall hat es auch nichts mit dem eigentlichen Gadsby zutun:

III F. Scott Fitzgerald: Der Große Gadsby
Dieser Klassiker spielt in den 20er Jahren in New York und handelt von der unglücklichen Liebe eines rätselhaften Millionärs; und davon, dass Geld nicht immer glücklich macht.

IV Fischer, Claus C.: Nukleus
Dieses Buch von Shade ist, seiner Aussage nach, ein spannender Roman über eine Notärztin, die sich immer mehr in den Fall eines Selbstmordanschlags verstrickt; obgleich sie das verständlicherweise nicht möchte. Sie verfolgt mehrere Spuren und muss am Ende um ihr eigenes Leben fürchten.

V Francis, Diana Pharao: Shadow Blade. Dunkle Fesseln
Dieses Buch von Shade dreht sich um eine skrupellose Kämpferin, die alles machen muss, was ihre Herrin ihr sagt. Allerdings kann sie diese Frau gar nicht leiden und ist wider Willen an sie gebunden. Erst, als es um das Leben aller geht, lernen sie, zusammen zu arbeiten. Und dann gibt es auch noch einen Mann, der ihr Herz erweicht.

VI Friedrich Dürrenmatt: Die Physiker
Dieses Buch ist einer meiner absoluten Lieblinge; auch wenn oder gerade weil ich es nur gelesen, nicht aber gesehen habe. Diese kriminalistisch-wissenschaftlich-ethische Tragikomödie bringt mit viel Witz, Symbolik und Wortgewandtheit ein wichtiges Problem der Wissenschaft auf den Punkt: Wenn neue Erkenntnisse unvorstellbare Waffen ermöglichen, soll - und kann - man sie dann geheim halten? Kurz: Kann man einen Gedanken zurücknehmen, der einmal gedacht wurde?
Dabei begleitet der Leser den Physiker Möbius, der eine weltverändernde Entdeckung machte und sich, zum Schutze der Welt vor dieser Entdeckung, verrückt stellte und in ein "Irrenhaus" einweisen ließ.

VII Franka Rubus: Die Blutgabe
Vampire sind ja eigentlich nicht so meins, aber das ist eines der wenigen Bücher über dieses Thema in meinem Regal. Geschickt werden hier Wissenschaft und mystische Elemente verbunden, um eine interessante Geschichte über Liebe, Entscheidungen und das Überleben. 

VIII Frey, James: Endgame. Die Auserwählten
Ein sehr ungewöhnlicher und sachlicher Schreibstil trifft auf ein "Spiel", in dem 12 Jugendliche sich gegenseitig bekämpfen müssen, um die Menschen zu retten, die ihnen lieb und teuer sind. Sie wurden ihr ganzes Leben auf diesen Moment vorbereitet; manche sind begeistert, andere wiederum fangen an zu zweifeln.

IX Frisch, Max: Ein andorranischer Jude
Ebenfalls ein Klassiker. Dieses Werk spielt während der Blütezeit des Rassismus und handelt von Andri, einem Bewohner eines kleinen Dorfes in Andorra, der zwar kein Jude ist, aber fest glaubt, einer zu sein. Während die Vorurteile ihm gegenüber immer mehr zunehmen, glaubt er es immer mehr selbst; bis es zu spät ist, ihn oder die anderen noch vom Gegenteil zu überzeugen.

X Fritz Gesing: Kreativ schreiben. Handwerk und Techniken des Erzählens
Das letzte Buch auf dieser Liste ist ein Sachbuch. Der Titel spricht für sich; es ist ein Ratgeber zum Schreiben-Lernen. Irgendwann habe ich es einmal angefangen zu lesen... ich sollte es unbedingt einmal wieder in die Hand nehmen.

Mit lieben Grüßen
Nestor